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Schlafsäcke mit Daunen als Füllmaterial
Kleine Daunenkunde
Hochwertige Daune – unübertroffen in Schlafkomfort, Langlebigkeit, geringem Gewicht und Packmaß!
Kein anderes, derzeit erhältliches, Füllmaterial kann in Bezug auf Schlafkomfort, Langlebigkeit, geringstem Gewicht und Packmaß mit Mutter Natur Schritt halten.
Daune nimmt die vom Körper abgegebene Feuchtigkeit (mind. 250 ml pro Nacht) besser auf, als jedes andere Material und transportiert sie nach außen. Vorausgesetzt, die Temperatur liegt über ca. -10 °C.
Wie beurteilt man nun, ob eine Füllung gut oder weniger gut ist?
Fillpower
Am besten eignet sich dazu die Fillpowerangabe.
750 cuinch bedeutet: 1 oz = 28,35 g hat in einem Messzylinder ein Volumen von 750 Kubikzoll. Je höher der Wert bzw. Loft, desto besser die Daunenqualität. 550 – 600 cuinch ist gut, 650 - 750 cuinch sehr gut, 800 und mehr cuinch ist auf Grund der geringen Verfügbarkeit und des hohen Preises nur wenigen und spezialisierten Herstellern vorbehalten.
Allerdings ist die Fillpowermessung nicht genormt. Jede Methode ermittelt ein anderes Ergebnis – Die Angaben sind also kritisch zu betrachten .
Daher sollte nur Messungen den vom Internationalen Daunen und Federbüro (IDFB ) anerkannten Instituten Glauben geschenkt werden, da nur diese Institute an das vom IDFB erstellte Regelwerk gebunden sind.
Weltweit haben 17 Institute dieses Prüfsiegel, 2 davon sind in den USA. In Deutschland gehört das Institut Hohenstein dazu.
Die Fillpowerangabe sagt allerdings nichts darüber aus, in welchem Zustand die Ware in den Schlafsack gefüllt wird. Ist das Füllmaterial unter ungünstigen Umständen wochenlang um den halben Globus geschippert worden, entspricht die Daune nicht mehr dem, was sie mal war.
Letzten Endes muß man dem Fachverkäufer und dem eigenen Gespür trauen. Liegt eine sogenannte „Supertüte“ wie ein lascher Sack auf dem Boden, dann kann es mit der tollen Daune nicht weit her sein.
Wie fühlt sich die Füllung an? Nur hochwertige Ware ist wirklich extrem weich und anschmiegsam.
Daunenmischungsverhältnis
Als ergänzende Angabe ist das Daunenmischungsverhältnis in Gewichtsprozenten zu sehen.
90/10 bedeutet; in 100 g Füllung sind 90 g Daune und nur 10 g Federn enthalten.
Je höher der Daunenanteil einer qualitativ gleichen Füllung, desto höher der Loft. Es ist jedoch irrelevant, ob eine Füllung 93% oder 95% Daune enthält.
Ebenfalls ist es ein Trugschluß, dass hochwertige Füllungen auf Stützfedern angewiesen sind; es ist technisch schlicht unmöglich, reine Daunenfüllungen herzustellen. Das Daunenmischungsverhältnis sollte nie alleine betrachtet werden, da es keinerlei Auskunft über die Qualität der Ware liefert. So kann eine 95/5 Mischung von jungen Enten weniger Loft besitzen als eine 80/20 Mischung von ausgewachsenen Gänsen.
Gänsedaune ist in der Regel hochwertiger als Entendaune, weil Gänse die größeren Tiere sind und somit größere Daunenflocken besitzen.
Zum Schluß noch ein Wort zum Lebendrupf
Kein Hersteller kann garantieren, dass seine Ware nur von „tot“-gerupften Tieren stammt.
Wer wirklich sicherstellen will, dass die Tiere wenig leiden, sollte nur auf die allerbesten Daunen von ausgewachsenen, sich in der Mauser befindenden Tieren zurückgreifen.
Gute Daunenqualität ist nur bei sorgfältiger Rupfung und entsprechend guter Behandlung der Vögel erhältlich.
Feuchtigkeit
Das immer wieder angesprochene Feuchtigkeitsproblem wird bei hochwertigen Daunenprodukten überbewertet. Wo kommt Daune her? Richtig! Von Wasservögeln.
Wenn Daune wirklich so feuchtigkeitsempfindlich wäre, wie immer behauptet wird, gäbe es dieses Naturprodukt wahrscheinlich gar nicht mehr, da alle Enten und Gänse schon längst erfroren wären. Dem ist aber nicht so, da natürliche Öle und Fette die Daune wasserabweisend machen.
Bei einer schonenden Aufbereitung bleiben diese Öle und Fette größtenteils erhalten, d.h., die aufbereitete Ware ist relativ unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Dies gilt allerdings nur bei hochwertiger Ware.
Natürlich sollte sich niemand mit seinem Daunenschlafsack in den Regen legen. Dies würde jedoch auch mit den meisten Kunstfaserschlafsäcken ins Auge gehen:
Ein feuchter Schlafsack leitet die Wärme über 30 mal schneller ab, als ein trockenes Modell .
Minustemperaturen Im Winter empfiehlt sich auf jeden Fall die Verwendung einer Dampfsperre (Vapor Barrier Liner, kurz VBL) , um die Kondensation der Körperfeuchtigkeit in der Füllung zu verhindern.
Die Verwendung eines VBLs ist weit weniger schlimm als allgemein angenommen, da der Körper bei feuchtigkeitsgesättigter Umgebungsluft die eigene Feuchtigkeitsproduktion verringert. Die Wärmeleistung des Schlafsacks steigt um ca. 5 °C, weil keine Wärme über verdunsteten Körperschweiß verloren geht, außerdem sind Daunenfüllungen feuchtigkeitsausgleichend und somit herrscht bei der Verwendung der richtigen Gewebe (hochgradig dampfdurchlässig, also nur schwach kalandriert) immer ein angenehmes Schlafklima.
Es gibt auch andere Meinungen zu der Verwendung eines VBL`s, so schreibt z.B. Till Gottbrath im Magazin „Draußen“ (Ausgabe Herbst / Winter 2001), dass die Verwendung eines VBL´s in der Theorie zwar funktioniere, er aber in der Praxis nicht viel vom Feuchtigkeitsschutz gemerkt hat.
Im Gegensatz dazu haben wir und andere Outdoor-Freaks gute Erfahrungen mit der Verwendung eines VBL´s gemacht.
Ein VBL-Sack ist mit oder ohne Kapuze erhältlich
Die Größe muß allerdings mit der Länge des Schlafsacks übereinstimmen
Jetzt kommt keine Körperfeuchtigkeit mehr in die Daune
Reinigung
Es ist richtig, dass die Reinigung eines Daunenschlafsacks aufwendiger ist, als die von Kunstfasermodellen .
Da aber jede Wäsche einem Schlafsack schadet, sollte das Teil sowieso nur so selten wie möglich gewaschen werden.
Dann am besten von Hand in der Badewanne mit spezieller Daunenseife und kaltem Wasser. Den Schlafsack so oft spülen, bis das Wasser absolut klar ist.
Extreme Vorsicht beim Herausnehmen! Ein Daunenschlafsack wiegt nach dem Waschen unter Umständen 50 – 60 kg und das verkraftet auch das robusteste Teil nicht. Wasser herauslassen und in der Badewanne gefühlvoll ausdrücken.
Problematisch ist es, wenn die Daunenkammern nicht richtig vernäht sind, denn dann besteht die Gefahr des Daunenverfrachtens (d.h., die Füllung kann von einer Kammer in die andere wandern, was zur Folge hat, dass die Kammern nicht mehr gleichmäßig gefüllt sind und sich dadurch eine Kältebrücke bildet.).
Danach an der Luft trocknen und sobald die Nähte nicht mehr feucht sind, immer wieder aufschütteln.
Den Schlafsack locker und luftig aufbewahren (in einem Aufbewahrungssack - auf keinen Fall in einem Kompressionssack!! dieser ist nur für den Transport geeignet).
Das Außenmaterial der Hülle
Außenmaterialien gibt es viele; von wasserdicht, über extrem wasserabweisend bis hin zu normalem Nylongewebe.
Im Sommer erfüllen fast alle Außenmaterialien ihren Zweck.
Das normale Nylon hat den Vorteil, dass es die höchste Dampfdurchlässigkeit (somit beste Funktion) hat.
Wer seinen Schlafsack aber auch zum Biwakieren hernehmen will, ist mit einer wasserabweisenden Außenhülle besser bedient. Es empfiehlt sich bei Daunenschlafsäcken jedoch immer, zusätzlich einen zwar wasserdichten aber wasserdampfdurchlässigen Biwaksack zu benutzen.
Neu auf dem Markt sind Schlafsäcke mit einer absolut wasserdichten Außenhülle. Diese sind, je nach Nahttechnik richtig wasserdicht, was einen Biwaksack schon manchmal überflüssig macht.
Im Winter lohnt es sich ein wasserabweisendes bzw. ein wasserdichtes Außenmaterial zu wählen, da es häufiger zu Kondensationsproblemen kommen kann als im Sommer. Nachteilig kann sich hingegen der verminderte Feuchtigkeitstransport von innen nach außen bemerkbar machen. Unter ungünstigen Verhältnissen kann es sogar zu einer Frostschicht in der Daunenkammer kommen.
Bei neuen Nylonstoffen, deren einzelne Fasern ummantelt sind, passiert dies (Frostschicht) weniger schnell, da sie eine bessere Dampfdurchlässigkeit haben und doch äußerst wasserabweisend sind.
Innenmaterial
Als Innenmaterial empfiehlt sich Nylon , auf keinen Fall Baumwolle , da diese die Feuchtigkeit nicht weiterleitet.
Ein Sahnehäubchen sind Schlafsäcke, deren Kammerwände per „Tuckstitching“ zusammengenäht sind, d.h. sie sind von innen genäht, der Faden ist somit vor Abrieb, Wind und Feuchtigkeit geschützt. Von außen sind dann keine Nähte erkennbar und die so gefürchtete Dochtfunktion des Fadens wird verhindert.
Die Daunenkammern
Die beste Kammerkonstruktion gibt es nicht, die richtige Füllmenge pro Kammer ist viel wichtiger: Zu wenig Daune und die Füllung verrutscht; zuviel des Guten vergeudet kostbares Material und treibt das Gewicht in die Höhe. Eine überfüllte Kammer isoliert unter Umständen schlechter, weil weniger Luft als Isolator gebunden werden kann.

H-Kammern sind die leichteste Version und eignen sich hervorragend für Leichtgewichtsmodelle.

Schrägkammern bieten der Daune eine größere Fläche, um an den Kammerwänden zu haften. Außerdem lässt sich die schräge Kammerwand verhältnismäßig einfach an der Abdeckleiste festnähen.

V-Kammern haben einen besseren Ruf, als sie eigentlich verdienen. Doppelt so schwer wie Schrägkammern bei doppeltem Wärmeverlust über die Kammerwände, bieten sie bei hochwertigen Daunen keine Vorteile.

Trapezkammern sind die fortschrittlichste Technik. Bei gleichem Gewicht wie Schrägkammern können sich die Kammern beim Verschieben nicht öffnen.
Ansonsten sind alle Eigenkonstruktionen mit extrem vielen Einzelkammern mit Vorsicht zu genießen – es bringt nichts, sondern vertuscht meist schlechte Daunenqualität und/oder schlecht gefüllte Kammern.
„Laterale Verwindungssteifigkeit“: Ein guter Schlafsack knickt nicht wie eine Einkaufstüte zusammen, egal ob Sommer- oder Wintermodell.
Differentialschnitt
Sehr gute Daunenschlafsäcke haben einen Differentialschnitt, d.h., der Außenbezug ist weiter geschnitten als der Innenbezug, damit sich die Füllung optimal entfalten kann. Trotzdem ist ein Schlafsack keine Thermoskanne. Bezugsmaterialien dehnen sich und die Füllung wird automatisch zusammengepresst; Schläfer, die sich viel bewegen (Beine anziehen) sollten ein geräumigeres und wärmeres Modell wählen.
Die Kapuze
Die Kapuze ist ein wichtiger Teil, deren Funktion im Winter voll zur Geltung kommt.
Bis auf eine kleine Öffnung vor dem Mund sollte sie das komplette Gesicht bedecken. Bei wärmeren Schlafsäcken wird dies durch eine extra Kammer, die sog. „Hoodroll“, vor dem Schnürzug, die vor dem Gesicht eine Art Kanal formt („Breathing Tunnel“), erreicht.
Manche Hersteller erreichen dies durch einen umgekehrten Differentialschnitt in der Kapuze und andere setzen diese Kammer extra auf.



Unser Tipp
- Ab –3 °C verwenden wir einen VBL.
- Wenn der Innenbezug des Schlafsacks schwarz ist, sieht man den Hautabrieb nicht so schnell.



